Wenn ein Projektbeschrieb A1-Wandverkleidungen vorschreibt — für einen Hotelkorridor, eine Lobby, eine Reception im Gesundheitswesen — hat die Klassifizierung eine präzise Bedeutung. Dieser Beitrag erklärt, was die EN 13501-1 Klasse A1 zertifiziert, wie Sie sie auf einem Datenblatt prüfen und warum Gips sie durch die Materialzusammensetzung statt durch Behandlung erreicht. Für Schweizer Projekte wird zudem aufgezeigt, wo die VKF-Brandschutznorm und die EN 13501-1 übereinstimmen.

Inhaltsverzeichnis


Das Euroklassen-System — was die EN 13501-1 klassifiziert

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Kandes Schweizer 3D-Wandpaneele aus Gips

EN 13501-1 ist die europäische harmonisierte Norm für die Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten. Sie wurde im Rahmen der Bauproduktenverordnung entwickelt und wird vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) verwaltet. Sie etabliert das Euroklassen-System — die Referenz, die EU-Mitgliedstaaten und die Schweiz nutzen, um Brandschutzanforderungen für Wandverkleidungen, Bodenbeläge und Rohrdämmungen zu definieren und zu prüfen.

Die Norm gliedert Bauprodukte in sieben Hauptbrandklassen:

Euroklassen-Brandklassifizierungssystem EN 13501-1 — Kandes Infografik
Kandes Schweizer 3D-Wandpaneele aus Gips
Klasse Bezeichnung Bedeutung
A1 Nicht brennbar Kein Beitrag zum Brand. Keine Wärmefreisetzung. Keine Flammausbreitung.
A2 Begrenzte Brennbarkeit Sehr geringer Beitrag, eng untergliedert.
B Brennbar, sehr begrenzter Beitrag
C Begrenzter Beitrag zum Brand
D Mittlerer Beitrag
E Hoher Beitrag zum Brand
F Keine Leistung festgelegt

Für Wandverkleidungen gelten neben der Hauptklasse zwei zusätzliche Unterklassifizierungen. Die Bezeichnung s bewertet die Rauchentwicklung: s1 (wenig oder kein Rauch), s2 (mässig), s3 (erheblich). Die Bezeichnung d bewertet das brennende Abtropfen: d0 (kein Abtropfen), d1 (begrenzt), d2 (nicht klassifiziert). Ein einfach als A1 klassifiziertes Produkt trägt keine s- oder d-Unterklassifizierung — auf diesem Niveau sind Rauchentwicklung und brennendes Abtropfen per Definition vernachlässigbar. Eine vollständige Übersicht der Leistungsklassen und Kriterien liefert der Measurlabs EN 13501-1 Leitfaden als aktuellste öffentliche Referenz.

Was „nicht brennbar" bedeutet — und was nicht

A1 zertifiziert, dass das Material keinen Brandlastbeitrag liefert. Es entzündet sich nicht, unterhält keine Verbrennung und breitet keine Flamme aus. Gemäss den RISE Research Institutes of Sweden — die zur technischen Entwicklung des Euroklassen-Systems beigetragen haben — zeigen A1-Materialien unter den Standardprüfbedingungen nach EN ISO 1182 (Ofenprüfung) und EN ISO 1716 (Brennwertprüfung) weder Wärmefreisetzung noch Flammausbreitung.

Eine in der Praxis wichtige Unterscheidung: Die A1-Klassifizierung des Brandverhaltens ist nicht dasselbe wie der Feuerwiderstand. Das Brandverhalten beschreibt, wie sich ein Material verhält, wenn es einer Flamme ausgesetzt ist — was es zum Brand beiträgt. Der Feuerwiderstand (geregelt durch EN 13501-2) beschreibt, wie lange eine Wandkonstruktion einen Brand von einer Seite zurückhalten kann. Ein Planer, der ein Hotelprojekt bearbeitet, muss in der Regel beides erfüllen: A1 für das Wandverkleidungsmaterial und eine Feuerwiderstandsklasse für die Trennwandkonstruktion. Es handelt sich um unterschiedliche Zertifizierungen und unterschiedliche Prüfungen.

EN 13501-1 und der Schweizer Brandschutzrahmen

Die Schweiz ist kein EU-Mitgliedstaat und wendet die Bauproduktenverordnung (CPR) nicht als verbindliches Recht an. Allerdings wird die EN 13501-1 in Schweizer Ausschreibungen breit eingesetzt und in der VKF-Brandschutznorm — herausgegeben von der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF/AEAI) — referenziert. Schweizer Architekten und Planer in den Bereichen Hotellerie, Gesundheitsbau und öffentliche Räume begegnen den Euroklassen-Klassifizierungen sowohl in der EU-Produktdokumentation als auch in Ausschreibungen im Schweizer Kontext. Die A1-Bezeichnung hat in beiden Rahmen dieselbe Bedeutung: nicht brennbar, kein Beitrag zum Brand.


Warum A1 bei der Spezifikation von Innenwandpaneelen zählt

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Wann A1 erforderlich ist

Nationale Bauvorschriften in der EU und in der Schweiz verweisen auf das Euroklassen-System, um Mindestanforderungen an die Brandklasse für Innenwandverkleidungen festzulegen. A1 oder A2 wird typischerweise verlangt in:

  • Hotelkorridoren, Lobbys, Treppenhäusern und öffentlichen Aufenthaltsbereichen
  • Einrichtungen des Gesundheitswesens — Patientenkorridoren, Operationsbereichen, Gemeinschaftsräumen
  • Hochhäusern im Wohnungsbau (die Höhenschwellen variieren je nach Jurisdiktion)
  • Öffentlich zugänglichen Verkaufs-, Restaurant- und Gewerberäumen

In der Schweiz legt die VKF-Brandschutznorm die Anforderungen für brandsensible Gebäudekategorien fest. Diese Anforderungen stehen in der Praxis im Einklang mit den Euroklassen-Klassifizierungen, werden jedoch von den kantonalen Behörden über ihren eigenen Regulierungsrahmen umgesetzt. Klären Sie die Anforderungen an die Brandklasse mit der zuständigen Brandschutzbehörde (Kantonale Gebäudeversicherung) oder einem qualifizierten Brandschutzingenieur in der Planungsphase ab — dies gilt in der Schweiz ebenso wie in den EU-Mitgliedstaaten.

Der CPR-Rahmen und die CE-Kennzeichnung

Die Bauproduktenverordnung (CPR, EU Nr. 305/2011) verpflichtet Hersteller, für Bauprodukte mit CE-Kennzeichnung eine Leistungserklärung (DoP) auszustellen. Für Wandpaneele muss die DoP die Brandklassifizierung nach EN 13501-1 angeben. Dies ist kein optionales Marketingmaterial — es ist das rechtliche Dokument, das ein Unternehmer, ein Bauinspektor oder ein Compliance-Team auf der Baustelle anfordern wird.

Kandes ist ein Schweizer Unternehmen, das A1 nicht brennbare Gips-Wandpaneele in der Europäischen Union herstellt. Unsere 3D-Gips-Wandpaneele sind CE-gekennzeichnet. Die Leistungserklärung weist die Klassifizierung A1 nicht brennbar gemäss EN 13501-1 aus. Dieses Dokument ist auf Anfrage beim Spezifikationsteam verfügbar.


Wie Sie die A1-Klassifizierung in einer Ausschreibung prüfen

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Kandes Schweizer 3D-Wandpaneele aus Gips

Die Leistungserklärung lesen

Die DoP ist nach der harmonisierten Norm strukturiert, nach der das Produkt zertifiziert ist. Für Wandverkleidungen ist das die EN 13501-1. Das Dokument nennt:

  1. Den Produktnamen und die Typbeschreibung
  2. Den vorgesehenen Verwendungszweck (Innenwandverkleidung)
  3. Die Brandklasse — in Euroklassen-Notation angegeben, zum Beispiel A1
  4. Die Nummer der notifizierten Stelle — eine vierstellige Kennung der Drittorganisation, die die Klassifizierung ausgestellt hat

Wenn die Brandklasse als A1 ohne weitere Notation ausgewiesen ist, ist das Produkt vollständig nicht brennbar. Eine Klassifizierung A2-s1,d0 ist eine andere — und niedrigere — Klassifizierung. Manche Anbieter verwenden Formulierungen, die diese Unterscheidung verwischen. Sie sollten nicht als gleichwertig behandelt werden.

Was Sie von Ihrem Lieferanten anfordern sollten

Fordern Sie für jedes Wandpaneel, das in einer brandsensiblen Anwendung spezifiziert wird, diese vier Dokumente an:

  1. CE-Leistungserklärung mit ausdrücklich ausgewiesener EN 13501-1 A1-Klassifizierung — nicht referenziert, sondern ausgewiesen
  2. Prüfberichts-Referenz oder Drittzertifikatsnummer — der Nachweis hinter der DoP
  3. Schriftliche Bestätigung, dass die Klassifizierung für das Paneel im Lieferzustand gilt — unbeschichtete Gipspaneele, da das vor Ort aufgebrachte Lacksystem ausserhalb des Geltungsbereichs der DoP des Paneels liegt
  4. Technisches Verlegedatenblatt — Anforderungen an den Untergrund, Klebesystem und alle Verlegebedingungen, die sich auf die Klassifizierung in der Anwendung auswirken können

Warum Gips A1 ohne chemische Behandlung erreicht

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Kandes Schweizer 3D-Wandpaneele aus Gips

Die Chemie der Nichtbrennbarkeit

Gips ist Calciumsulfat-Dihydrat — CaSO₄·2H₂O. Es ist ein Mineral. Bei Hitzeeinwirkung gibt es chemisch gebundenes Wasser durch einen endothermen Prozess frei. Diese Reaktion absorbiert Wärme, statt sie beizutragen. Es gibt keine organische Verbindung, die sich entzünden könnte. Keine Kohlenstoffkette, die eine Verbrennung unterhalten könnte.

Laut Eurogypsum, dem europäischen Verband der Gipsindustrie, ist dieses thermische Verhalten der Grund, weshalb Gips seit weit über einem Jahrhundert im feuerwiderstandsfähigen Bauwesen eingesetzt wird. Die technische Dokumentation der Gypsum Association bestätigt denselben endothermen Mechanismus als Grundlage der Brandschutzleistung von Gips in Baukonstruktionen. Als Schweizer Unternehmen, das in der EU hergestellte Gips-Wandpaneele produziert, baut Kandes auf dieser breit dokumentierten Materialwissenschaft auf. Unsere Gips-Wandpaneele bestehen aus natürlichem Gips mit Glasfaserverstärkung. Im fertigen Paneel sind keine synthetischen Bindemittel enthalten — das im Produktionsprozess eingesetzte organische Bindemittel löst sich im Herstellungsverfahren auf. Die A1-Klassifizierung ergibt sich aus der Zusammensetzung des Materials. Sie ist kein technischer Behelfsweg.

Behandelt vs. von Natur aus nicht brennbar — die spezifische Unterscheidung

Einige Wandpaneel-Kategorien erreichen die Klassifizierungen A2 oder B durch chemische Flammschutzbehandlungen, die während oder nach der Herstellung aufgebracht werden. Manche Flammschutzbehandlungen können sich mit der Zeit verschlechtern oder sich mit bestimmten Lacksystemen als unverträglich erweisen — ein Aspekt, den es bei Projekten mit langer Nutzungsdauer mit dem Lieferanten zu klären gilt.

Ein mineralisches Gipspaneel weist keine solche Abhängigkeit auf. Die Nichtbrennbarkeit ist das Mineral selbst. Für Projekte mit einer geplanten Nutzungsdauer von 10 Jahren oder mehr — Hotels, Gebäude im Gesundheitswesen, hochwertiger Wohnungsbau — ist dies die relevante Unterscheidung. Die Klassifizierung verschlechtert sich nicht, weil die Materialzusammensetzung sich nicht verändert.


Wandpaneel-Materialien im Vergleich nach EN 13501-1

Die folgende Tabelle dient als Referenz für die Spezifikationsphase. Die gezeigten Klassifizierungen sind typisch für die jeweilige Materialkategorie. Prüfen Sie stets die DoP des spezifischen Produkts — einzelne Produkte innerhalb einer Kategorie können abweichen.

Wandpaneel-Materialien im Vergleich nach Brandklasse EN 13501-1 — Kandes Infografik
Kandes Schweizer 3D-Wandpaneele aus Gips
Material Typische Klasse EN 13501-1 Hinweise
Gips (mineralisch) A1 Von Natur aus nicht brennbar; mineralische Zusammensetzung; keine Behandlung erforderlich
Keramikfliesen A1 Nicht brennbar; gebranntes mineralisches Material
Naturstein A1 Nicht brennbar
Faserzement A2-s1,d0 Begrenzte Brennbarkeit; spezifisches Produkt prüfen
Traditioneller Kalkputz A1 Mineralisches Bindemittel; nicht brennbar
PU-Schaum-Wandpaneele E–F Hochbrennbar; nicht geeignet für Hotellerie oder öffentliche Räume
PVC-Wandpaneele C–D (typischerweise) Brennbar; die Rauch-Unterklasse variiert je nach Rezeptur — spezifische Produkt-DoP prüfen
Aluminiumverbund (A1-Kern) A1 Nur der Kern ist nicht brennbar — DoP des Gesamtsystems prüfen, nicht nur die Spezifikation des Kerns

Die praktische Konsequenz: Wenn eine Ausschreibung A1-Innenwandverkleidungen verlangt, sind die in Frage kommenden Optionen mineralbasiert — Gips, Keramik, Stein, Faserzement in A2 sowie bestimmte Verbundsysteme mit geprüftem A1-Kern. Dekorpaneele aus PU-Schaum oder PVC liegen ausserhalb der A1-Konformität und ausserhalb der meisten Gewerbe- und Hotellerie-Ausschreibungen, in denen der Brandschutz eine Bedingung ist.


A1-3D-Gipspaneele in der Praxis spezifizieren

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Kandes Schweizer 3D-Wandpaneele aus Gips

Ausschreibungstext

Für ein Projekt, das A1-Wandverkleidungen erfordert, deckt folgende Formulierung die Kandes 3D-Gipspaneele präzise ab:

Architektonische 3D-Wandpaneele aus Gips, A1 nicht brennbar (EN 13501-1), mineralische Zusammensetzung, keine synthetischen Bindemittel im fertigen Paneel, kontinuierliches fugenloses Muster, im Rohzustand installiert und vor Ort in der spezifizierten Farbe gestrichen.

Dies spiegelt wider, was das Produkt ist und was die Leistungserklärung abdeckt. Es geht nicht über das Paneel im Lieferzustand hinaus.

Punkte, die vor der Musterfreigabe zu klären sind

Geltungsbereich der Klassifizierung. Die DoP deckt das Paneel im Lieferzustand ab — unbeschichteter Gips. Klären Sie dies mit dem Hersteller ab.

Lacksystem. Das Streichen mit wasserbasierten oder mineralischen Farben führt keine brennbare Schicht ein und erhält in der Regel die Nichtbrennbarkeit des Paneels. Lösungsmittelhaltige Lacke fügen eine organische Schicht hinzu, die sich auf die System-Unterklassifizierung auswirken kann. Spezifizieren Sie für Projekte in Hotellerie und öffentlichen Räumen ein wasserbasiertes Lacksystem. Wenn das Projekt eine schriftliche Bestätigung verlangt, dass die gestrichene Konstruktion die A1-Klassifizierung beibehält, fordern Sie diese vor der Freigabe vom Lackhersteller an.

Verträglichkeit des Untergrunds. Kandes Gips-Wandpaneele werden auf Gipskartonplatten, Beton, Verputz und grundierte Untergründe installiert. Die Anforderungen an die Untergrundvorbereitung sind im Verlegehandbuch beschrieben. Klären Sie das geplante Untergrundsystem ab, bevor Sie die Ausschreibung finalisieren.

Fugenloses Muster. Das kontinuierliche Muster wird durch korrektes Verfugen und Oberflächenfinish erreicht — eine Eigenschaft des Verlegeprozesses, nicht der Brandklassifizierung. Stellen Sie sicher, dass der Verlegebetrieb vor dem ersten Projekt mit dem Material vertraut ist.

CAD-Dateien und Produktdokumentation für Spezifikations-Workflows stehen zum Download bereit. Das vollständige technische Spezifikationsdossier — Brandschutzzertifikat, Dichte-Datenblatt und Verlegehinweise — ist auf Anfrage beim Spezifikationsteam verfügbar.


Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet die Brandschutzklasse A1 für Wandpaneele?

A1 ist die höchste Klassifizierung nach EN 13501-1 — der europäischen Norm für das Brandverhalten. Ein als A1 klassifiziertes Wandpaneel ist nicht brennbar: Es trägt keinen Brennstoff zum Brand bei, erzeugt keinen nennenswerten Rauch und produziert kein brennendes Abtropfen. Gips erreicht diese Klassifizierung durch seine mineralische Zusammensetzung. Calciumsulfat-Dihydrat brennt nicht; es gibt bei Erwärmung Wasser ab. Die Klassifizierung ist eine Folge des Materials, nicht einer aufgebrachten Behandlung.

Ist die Brandschutzklasse A1 für Hotelinnenräume vorgeschrieben?

In den meisten EU-Jurisdiktionen und in der Schweiz müssen Hotels und öffentliche Beherbergungsbetriebe in Korridoren, Lobbys und öffentlichen Bereichen Wandverkleidungen mindestens der Klasse A1 oder A2 verwenden. In der Schweiz legt die VKF-Brandschutznorm die Anforderungen für brandsensible Gebäudetypen fest; diese stehen in der Praxis im Einklang mit den Euroklassen-Klassifizierungen. Die genaue Anforderung hängt von der kantonalen Brandschutzbehörde (Kantonale Gebäudeversicherung) sowie der Höhe und Nutzung des Gebäudes ab. Klären Sie dies in der Planungsphase mit der zuständigen Behörde oder einem qualifizierten Brandschutzingenieur ab.

Was ist der Unterschied zwischen den Brandklassen A1 und A2?

Beide liegen im Bereich nicht brennbar bzw. fast nicht brennbar, sind aber nicht gleichwertig. A1 zertifiziert einen Beitrag von null zur Brandentstehung. A2 erlaubt ein begrenztes Mass an Brennbarkeit, begleitet von verpflichtenden Unterklassifizierungen für Rauch (s) und brennendes Abtropfen (d) — zum Beispiel A2-s1,d0. Für Innenwandverkleidungen in Hotels, Krankenhäusern oder Hochhäusern im Wohnungsbau ist A1 die bevorzugte Spezifikation und in vielen Jurisdiktionen und Kantonen die geforderte.

Wie prüfe ich die Brandklasse eines Wandpaneels?

Fordern Sie die Leistungserklärung (DoP) des Herstellers an. Sie ist gemäss der EU-Bauproduktenverordnung 305/2011 vorgeschrieben und gibt die Brandklassifizierung nach EN 13501-1 zusammen mit dem Verweis auf die notifizierte Stelle an, die die Klassifizierung ausgestellt hat. Das ist das rechtlich gültige Dokument zur Konformitätsprüfung. Marketing-Datenblätter und Produktbeschreibungen genügen für sich genommen nicht.

Beeinträchtigt das Streichen eines Gipspaneels seine A1-Klassifizierung?

Die A1-Klassifizierung gilt für das Paneel im Lieferzustand — unbeschichtet. Wasserbasierte und mineralische Lacksysteme führen keine brennbare Schicht ein und erhalten in der Regel den nicht brennbaren Charakter der Konstruktion. Lösungsmittelhaltige Lacke fügen organischen Anteil hinzu, der sich auf die System-Unterklassifizierung auswirken kann. Spezifizieren Sie für Anwendungen in Hotellerie und öffentlichen Räumen ein wasserbasiertes Lacksystem und klären Sie die Verträglichkeit mit dem Hersteller ab, wenn das Projekt eine schriftliche Zusicherung verlangt.

Sind die Kandes 3D-Gipspaneele für Hotellobbys und öffentliche Bereiche geeignet?

Kandes 3D-Gipspaneele sind A1 nicht brennbar gemäss EN 13501-1 und CE-gekennzeichnet. Kandes 3D-Gipspaneele werden in Anwendungen der Hotellerie und im Gewerbeinnenausbau in der Schweiz und in der EU eingesetzt. Das Kandes Spezifikationsteam stellt das vollständige technische Dossier — Brandschutzzertifikat, Dichte-Datenblatt — für Projekte mit spezifischen Konformitätsanforderungen zur Verfügung.

Welche Dokumente sollte ich anfordern, bevor ich ein Wandpaneel für eine brandklassenrelevante Anwendung spezifiziere?

Drei Dokumente decken die Spezifikation ab: die CE-Leistungserklärung mit Angabe der EN 13501-1 Klassifizierung, den zugehörigen Prüfbericht oder die Drittzertifikatsnummer und das technische Verlegedatenblatt. Zusammen belegen sie die Klassifizierung, die zugrunde liegenden Nachweise und die Bedingungen, unter denen sie gilt. Bei Gipspaneelen bestätigen Sie zudem die Verträglichkeit mit dem Lacksystem schriftlich, wenn die fertige Konstruktion einer Konformitätsprüfung unterzogen werden soll.


Nächste Schritte

Für Ausschreibungen mit A1-Konformitätsnachweis ist das technische Kandes-Dossier — Leistungserklärung, Brandschutzzertifikat, Dichte-Datenblatt und paneel-spezifische CAD-Dateien — auf Anfrage beim Spezifikationsteam verfügbar.

Laden Sie 3D-Modelle für Ihren Spezifikations-Workflow herunter. Für Verlegehinweise sind textbasierte Handbücher zu allen Standard-Paneelcodes unter kandes.ch/pages/text-based-installation-manuals verfügbar.


Quellen

  1. CEN — Europäisches Komitee für Normung. EN 13501-1: Klassifizierung von Bauprodukten und Bauteilen zu ihrem Brandverhalten. cencenelec.eu
  2. RISE Research Institutes of Sweden. EN 13501 — European fire classification of construction products. ri.se
  3. Eurogypsum — Europäischer Gipsverband. eurogypsum.org
  4. Gypsum Association. Technische FAQs. gypsum.org
  5. Europäische Kommission. Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011. ec.europa.eu
  6. Measurlabs. EN 13501-1 Fire Classification: Performance Classes & Criteria. Aktualisiert Februar 2026. measurlabs.com